Bauhaus Vertragsnummer

Frank Assmann Abteilungsleiter Bau und Bau assmann@bauhaus-dessau.de Am 12. April 1919 unterschreibt Walter Gropius seinen Vertrag als Direktor des Bauhauses, der bis dahin Großherzoglichen Sächsischen Hochschule für bildende Kunst in Weimar. Er verbindet sie formal mit der bereits 1915 aufgelösten Kunstgewerbeschule und gibt der Institution den neuen Namen « Staatliches Bauhaus in Weimar ». Das Manifest – in dem Gropius sein Programm mit all dem Emotionalismus ankündigt, der das Gefühl der neuen Aufbruchszeiten nach dem Ende des Ersten Weltkriegs begleitet – erscheint im selben Monat. Im Text des Manifests fordert Gropius keinen neuen Stil oder eine neue Kunstform, sondern viel grundsätzlich eine Reform der künstlerischen Arbeit. Künstlerische Arbeit ist die Rückkehr zu seinen Fundamenten und ersten Räumlichkeiten, die er als Lüge in der handwerklichen Arbeit – als die Behandlung des Materials – als Grundlage aller Künste betrachtet. Die Bedeutung des sozialen Zwecks der handwerklichen Arbeit für die Kunst wird ebenfalls erwähnt; sie erhält nun eine Rolle im sozialen Kontext der Arbeit. Da nur handwerkliches Werk statt Kunst gelehrt werden kann, soll die Bauhaustheorie auf handwerklicher Ausbildung in Werkstätten basieren. Das Ideal einer funktionierenden Gemeinschaft aller Künste entspricht der Idee des einheitlichen Kunstwerks, der Wiedervereinigung aller Kunst- und Handwerksdisziplinen – Skulptur, Malerei, angewandte Kunst und Handwerk –, um eine neue Kunst der Architektur zu etablieren. Obwohl die Ziele utopisch sind, beinhaltet Gropius` Programm eine Rückkehr zu Aspekten der allgemeinen Gültigkeit, der allgemeinen Anziehungskraft und der Anforderungen des praktischen Lebens. Insgesamt erhebt er den Anspruch, eine Kulturreform durchzuführen.

Im selben Jahr ernennt Gropius drei Künstler zu Bauhaus-Lehrern: den Maler Lyonel Feininger, den Bildhauer Gerhard Marcks und den Maler und Kunstlehrer Johannes Itten. Die Fakultät besteht weiterhin aus vier Professoren der ehemaligen Kunsthochschule. Der Kunstunterricht findet zunächst in den einzelnen Lehrerklassen statt, wobei die handwerkliche Ausbildung in den Werkstätten stattfindet – im ersten Semester nur bestehend aus den Gold-Silber-Kupfer-Werken, der Buchbinderei, der Weberei und der Grafikdruckwerkstatt. Darüber hinaus werden individuelle Architekturkurse abgehalten; 1927 wurde erstmals eine Architekturabteilung gegründet. P +49-340-6508-250 F +49-340-6508-226 service@bauhaus-dessau.de Dr. Regina Bittner Leiterin der Akademieabteilung und stellvertretende Leiterin bittner@bauhaus-dessau.de Dr. Karin Kolb Leiterin der Werkstattabteilung kolb@bauhaus-dessau.de Im Oktober erkennt die Landesregierung Sachsen-Anhalt den Hochschulstatus des Bauhauses an und die Bauhaus-Meister werden als Professoren bezeichnet. Das Bauhaus beginnt mit dem Untertitel « College of Design » und der Lehrplan stellt einen Studiengang dar, der zur Verleihung des Bauhaus-Diploms führt. Die Eröffnungsfeier des von Walter Gropius entworfenen und von den Bauhaus-Werkstätten ausgestatteten neuen Universitätsgebäudes in Dessau findet am 4. Dezember mit mehr als 1000 Gästen statt.

 

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